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Themen aus der Ausgabe 02/2019 (16. Januar 2019):

Technische Analyse - SMI

Wir trauen dem Frieden im SMI nicht          

Richemont
Wachstum schwächt sich erneut ab        

Fundamentale Analyse - Sears & Macy‘s
Sears versinkt in der Bedeutungslosigkeit             

Canopy Growth
Weltweit bröckelt der Widerstand

Bayer
Aktie bildet einen Boden aus

Deutschland
Rezessionswahrscheinlichkeit ist gestiegen


 

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12.04.2013

Berufliche Vorsorge – Frühzeitiger Altersrücktritt

Fälle von frühzeitigen Altersrücktritten (eigenständige Lebensplanung oder wirtschaftliche Zwänge) treten im Wirtschaftsumfeld häufig auf. Nachfolgend sollen die damit verbundenen Konstellationen und Steuerfragen aufgezeigt werden.

Freizügigkeitsfall oder Vorsorgefall?
Verlässt eine Person ihren Arbeitgeber frühzeitig, stellt sich aus vorsorgerechtlicher Sicht die Frage, ob ein Vorsorge- oder ein Freizügigkeitsfall gegeben ist. Der Freizügigkeitsfall ist gesetzlich dahingehend definiert, dass eine Austrittsleistung (Freizügigkeitsleistung) ausschliesslich geschuldet ist, wenn ein Versicherter die Vorsorgeeinrichtung (VE) verlässt und kein Vorsorgefall (Alter, Tod oder Invalidität) eingetreten ist. Freizügigkeitsfall und Vorsorgefall schliessen sich gegenseitig aus.

Ausnahmeregelung
Versicherte können seit dem 01.01.2011 unabhängig von den jeweiligen reglementarischen Gegebenheiten eine Austrittsleistung beanspruchen, wenn sie die VE zwischen dem frühestmöglichen und dem ordentlichen reglementarischen Rentenalter verlassen und die Erwerbstätigkeit weiterführen oder als arbeitslos gemeldet sind. Die Bestimmung wurde vom Gesetzgeber eingeführt, um Fälle zu verhindern, in welchen der Versicherte beim Verlassen der VE gegen seinen Willen eine Altersleistung beziehen muss. Ob der Bezug einer Freizügigkeitsleistung in solchen Fällen für einen Versicherten empfehlenswert ist, kann nur im Einzelfall beurteilt werden. Dabei ist zu prüfen, ob der Versicherte bei einem Bezug der Freizügigkeitsleistung anstelle der Altersleistung allfällige versicherungstechnische „Subventionen“ verliert. Für die vom Gesetzgeber formulierten Voraussetzungen der „Arbeitslosigkeit“ oder der weitergeführten „Erwerbstätigkeit“ ist der Versicherte nachweispflichtig. Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) vertritt die Auffassung, dass eine Erwerbstätigkeit im Umfang von mindestens 20 Prozent genügend ist, um das gesetzliche Erfordernis zu erfüllen.

Anzahl Freizügigkeitskonten oder –policen und Zeitpunkt des Bezugs
Ist ein Freizügigkeitsfall gegeben, darf die Austrittsleistung von der bisherigen VE auf höchstens zwei Freizügigkeitsträger übertragen werden. Die Splittung eines bestehenden Freizügigkeitskontos durch Übertragung auf zwei neue Freizügigkeitsträger wurde vom Bundesgericht als unzulässig beurteilt. Altersleistungen von Freizügigkeitspolicen und Freizügigkeitskonten dürfen frühestens fünf Jahre vor und spätestens fünf Jahre nach Erreichen des ordentlichen Rentenalters ausbezahlt werden.

Besteuerung von ausbezahlten Freizügigkeitsguthaben
Bezieht ein im ordentlichen Verfahren besteuerter Versicherter allfällige bestehende Freizügigkeitsguthaben als Altersleistung, zieht dies die üblichen Steuerfolgen nach sich (Rentenleistungen zusammen mit den übrigen Einkünften; Kapitalleistungen getrennt von den übrigen Einkünften).

Alterslimite für frühzeitigen Altersrücktritt
Der Bundesrat hat die Kompetenz, ein Mindestalter für den frühzeitigen Altersrücktritt festzulegen. Ein solcher darf frühestens ab dem vollendeten 58. Altersjahr reglementarisch vorgesehen werden. Ein tieferes effektives Rücktrittsalter ist unter anderem bei betrieblichen Restrukturierungen zulässig.

Einkauf frühzeitiger Altersrücktritt
VE können in ihren Reglementen vorsehen, dass die versicherte Person über den Einkauf in die vollen reglementarischen Leistungen hinaus zusätzliche Einkäufe tätigen darf, um Kürzungen beim Vorbezug der Altersleistungen ganz oder teilweise auszugleichen. In einem ersten Schritt müssen aber immer zuerst die ordentlichen Leistungen eingekauft werden. Diesbezüglich ist durch die Steuerpflichtigen zu beachten, dass die VE zwingend Vorkehrungen treffen müssen, dass bei einem Verzicht auf den vorzeitigen Altersrücktritt das reglementarische Leistungsziel höchstens um 5 Prozent überschritten wird.

Besteuerung von Leistungen
Beim ordentlichen Bezug einer Altersleistung infolge eines frühzeitigen Altersrücktritts treten die üblichen Einkommenssteuerfolgen ein.

Kumulation von Vorsorgeleistungen
Kapitalleistungen aus der beruflichen Vorsorge (Säulen 2a und 2b) und der gebundenen Selbstvorsorge (Säule 3a), welche während derselben Steuerperiode fällig werden, sind für die Steuersatzberechnung zu addieren.

Schlussfolgerung
Der frühzeitige Altersrücktritt – freiwillig oder unfreiwillig – ist mit einer Reihe von Fragestellungen verbunden, welche sorgfältig zu prüfen sind.

Download PDF: 23_v13_2013



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