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25.03.2015

Kapitalabfindungen mit Vorsorgecharakter

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Als Kapitalabfindungen mit Vorsorgecharakter gelten die aus der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, aus Einrichtungen der beruflichen Vorsorge und aus anerkannten Formen der gebundenen Selbstvorsorge geleisteten Kapitalabfindungen, gleichartige Kapitalabfindungen des Arbeitgebers sowie Zahlungen bei Tod und für bleibende körperliche oder gesundheitliche Nachteile (Art. 52 Abs. 1 StG i.V.m. Art. 35 und Art. 36 Bst. b StG).

Es fallen insbesondere folgende Kapitalabfindungen in Betracht;
Kapitalleistungen aus einer Einrichtung der beruflichen Vorsorge, aus Freizügigkeitspolice oder Freizügigkeitskonto (StB 52 Nr. 2);
Kapitalauszahlungen aus gebundener Selbstvorsorge (StB 52 Nr. 3);
Kapitalleistungen aus nicht rückkaufsfähigen Lebensversicherungen;
Kapitalleistungen aus anderen Risikoversicherungen;
Kapitalabfindungen aus UVG, soweit diese einen Rentenauskauf darstellen (Art. 35 UVG, SR 832.20);
Gönner-Unterstützung der Schweizerischen Paraplegiker-Stiftung:
Todesfallleistung aus Restschuldversicherung (StB 36 Nr. 4);
Abgangsentschädigungen der Arbeitgeber mit Vorsorgecharakter;
UVG Witwenabfindungen (ein- bis fünffaches Jahresbetreffnis der Witwenrente; Art. 29 i.V.m. Art. 32 UVG);
Abfindungen im Sinne von Art. 23 UVG;
Rückkauf einer sofort beginnenden Leibrente;
Rückkauf einer Leibrente während der Aufschubsphase, wenn die Vorsorgevoraussetzungen gemäss Art. 33 Abs. 1 Bst. a StG erfüllt sind;
Rückgewähr einer Leibrente im Todesfall;
Lohnnachgenuss bei Tod (StB 36 Nr. 7).

Unter gleichartigen Kapitalabfindungen des Arbeitgebers sind Abgangsentschädigungen bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses zu verstehen, denen Vorsorgecharakter zukommt. Die Entschädigung muss vergleichbar den BVG-Leistungen dazu dienen, dem Empfänger in einem bestimmten Vorsorgefall die Fortsetzung seiner gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise sicherzustellen. Das setzt voraus, dass die Erwerbstätigkeit endgültig aufgegeben wird (werden muss) und die Leistung des Arbeitgebers eine objektiv bestehende Vorsorgelücke (ganz oder teilweise) füllt (vgl. die konkreten Voraussetzungen im Kreisschreiben Nr. 1 der ESTV vom 3. Oktober 2012; www.estv.admin.ch). Kapitalleistungen des Arbeitgebers mit blosser Überbrückungsfunktion werden unter strengen Kriterien nach Art. 51 StG besteuert (StB 51 Nr. 2). Arbeitgeberleistungen, die keine dieser Voraussetzungen erfüllen, unterliegen der ordentlichen Besteuerung mit dem übrigen Einkommen.

Separate Jahressteuer
Kapitalabfindungen mit Vorsorgecharakter werden gemäss Art. 52 StG mit einer gesondert vom übrigen Einkommen berechneten, vollen Jahressteuer erfasst. Mit der gesonderten Besteuerung wird verhindert, dass diese aperiodischen, ausserordentlichen Einkünfte durch das übrige Einkommen auf eine höhere Progressionsstufe gehoben werden.
Es wird stets eine volle Jahressteuer erhoben, auch wenn die Steuerpflicht nicht während der ganzen Steuerperiode besteht. Es erfolgt keine pro-rata-Besteuerung. Im interkantonalen Verhältnis werden Kapitalleistungen mit Vorsorecharakter in dem Kanton besteuert, in welchem der Empfänger im Zeitpunkt der Fälligkeit der Leistung wohnt (Art. 68 Abs. 1 StHG). Weder die allgemeinen Abzüge noch die Sozialabzüge können geltend gemacht werden. Zum Zeitpunkt der Entstehung des Steueranspruchs siehe StB 52 Nr. 2 und 3.
St. Galler Steuerbuch, StB 52 Nr. 1

Download PDF: 23_v12_2015



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